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Ausgabe: 12. Oktober 2017

W. Müller, T. Waidhofer

„Wer es mehr will, gewinnt Derby“

Vor dem morgigen Erste-Liga-Schlager (20.30 Uhr) zwischen dem FC Wacker und der WSG Wattens sprachen die Trainer Karl Daxbacher und Thomas Silberberger im Tivolistadion über Aktuelles und Vergangenes.

Innsbruck – Das Tiroler Fußball-Derby zwischen dem FC Wacker und der WSG Wattens wirft seine Schatten voraus. Im VIP-Raum des Tivoli gaben sich die Medienvertreter gestern die Klinke in die Hand. Während der Pay-TV-Sender Sky einen Beitrag mit Florian Jamnig und Florian Buch­acher produzierte, standen der TT die Trainer Karl Daxbacher und Thomas Silberberger ausführlich Rede und Antwort.

Warum gewinnt Ihr Team das morgige Derby?

Thomas Silberberger: Weil wir am Tivoli seit 1969 nicht mehr verloren haben, weil wir die letzten zwei Derbys dort gewonnen haben und weil wir heuer schon zu viel verschenkt haben.

Karl Daxbacher: Weil wir gut in Form sind, weil wir die letzten zwei Derbys gewonnen haben und weil wir heuer bereits enorme Heimstärke bewiesen haben.

Wattens gewann die bisherigen beiden Derbys im neuen Tivolistadion. Liegt der psychologische Vorteil deshalb bei der WSG?

Daxbacher: Auf vergangene Zeiten gebe ich wenig, weil da andere Mannschaften am Feld gestanden sind. Beide Teams sind in Form. Wattens hat seine Schwächephase überwunden. Die Ausgangslage ist spannend und offen.

Silberberger: Den gibt es nicht. Es geht darum, wie du in das Spiel reinkommst. Beide Teams haben ihre Qualitäten in der Offensive. Die bessere Offensivreihe wird das Spiel bestimmen. Ich bin mir sicher, dass es kein 0:0 geben wird.

Gibt es bereits eine spezielle Derby-Taktik?

Silberberger: Ich habe mir auch in den letzten zwei Duellen etwas Spezielles einfallen lassen, es ist halt in die Hose gegangen (lacht). Wir wissen natürlich über Stärken und Schwächen des FC Wacker Bescheid. Unsere kennen sie aber auch. Wir wissen, dass wir einen Jamnig lenken müssen, dass ein Dedic gut in Form ist. Die große Unbekannte ist Imbongo. Wer es mehr will, wird das Derby gewinnen. Beide Teams sind jedenfalls in hervorragender Verfassung. Wir kommen in der Außenseiterrolle, aber als gefährlicher Außenseiter.

Daxbacher: Ich habe die Stärken und Eigenheiten einzelner Wattens-Spieler inzwischen besser kennen gelernt. Wir wollen unser Spiel durchziehen, aber immer auch mit einem Blick auf die Stärken und Schwächen des Gegners.

Was hat sich bei Ihrem Gegner im Vergleich zum Vorjahr geändert?

Daxbacher: Wattens hat im Vorjahr den Aufsteigerbonus voll ausgenützt. Der Start in die zweite Saison war schwieriger. Sie haben mit Gebauer einen guten Spieler verloren, haben aber – ich denke an Santin, der immer besser wird – den einen oder anderen Spieler dazubekommen. Von der Spielstärke her sehe ich keine großen Unterschiede. Da hat sich bei uns mehr verändert.

Silberberger: Es gab einen Philosophiewandel. Viele routinierte Spieler sind gegangen, junge gekommen. Sie haben von Ballbesitz- auf Umschaltspiel umgestellt. Da haben sie mit Rakowitz, Jamnig, Gabriele oder Rieder einen anderen Spielauftrag. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Mit dieser Mannschaft würde ich offensiv auch so spielen.

Ist der FC Wacker also gefährlicher geworden?

Silberberger: Absolut. Letztes Jahr waren sie berechenbarer. Wenn du Eler und Jamnig in den Griff bekommen hast, hattest du gute Chancen, etwas mitzunehmen. Das ist heuer nicht mehr der Fall.

Was zeichnet Ihr Gegenüber aus?

Daxbacher: Was ich aus der Entfernung beurteilen kann, ist, dass er schon lange beim selben Klub Trainer ist. Das ist selten und zeugt davon, dass der Klub zufrieden ist. Auch in schwierigen Zeiten war er unumstritten. Das zeigt, dass der Klub viel Vertrauen in ihn hat.

Silberberger: So richtig gut kennen wir uns nicht. Aber wir treffen uns jetzt immer öfter. Wir sind ja alterstechnisch ein bisschen auseinander, zehn Jahre werden es schon sein ...

Daxbacher: (lacht) Leider sind es mehr ...

Silberberger: Als ich ein kleiner Bua war, gab es nichts Schöneres, als im Tivoli zu sein, wenn die Austria mit Karl als Spieler dort gastiert hat. Ich habe ihn als glanzvollen Kicker in Erinnerung. Das war eine Bombentruppe. Ich finde, dass Karl längstdienend­er Austria-Trainer in den letzten 20 Jahren war, ist das Qualitätsmerkmal schlechthin. Man kannte ja die Situation bei der Wiener Austria in dieser Zeit. Die Erfolge, die er als Trainer einfuhr, hätte ich auch gerne einmal. Als Spieler war ich ja leider nicht so gut wie der Karl.

Wo landet die WSG Wattens am Ende der Saison, Herr Daxbacher?

Daxbacher: Sie werden wieder rund um Platz fünf landen.

Und der FC Wacker, Herr Silberberger?

Silberberger: Da tue ich mir natürlich schwer, weil in Wattens logischerweise jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Sie werden Zweiter hinter Ried.

Daxbacher: (lacht) Das nehmen wir.