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Ausgabe: 14. September 2017

Florian Madl

Schwarzgrün jubelt, Grünweiß grübelt

Die Frage nach der Tiroler Nummer Eins ist nach zehn Runden in der Sky Go Erste Liga (vorerst) geklärt. Nach dem 3:0 über BW Linz liegt Wacker zehn Punkte vor der WSG Wattens, die ganz andere Sorgen hat.

Innsbruck - Der Ball lag im Wohnzimmer und Florian Jamnig zufrieden im Bett. "Normalerweise tust du dir nach so einem Abend schwer mit dem Einschlafen, aber diesmal war es richtig entspannend", gestand der Mieminger nach seinen drei Toren gegen Blau-Weiß Linz. Der 26-Jährige hatte sich das Spielgerät geangelt, wie es Torjäger nach solchen Auftritten gerne tun. Ein Souvenir, von dessen Geschichte er noch seinen Enkeln erzählen kann.

Was für ein Kontrast zum Vorjahr, als er unter dem damaligen Trainer Maurizio Jacobacci zwischenzeitlich abgemeldet war. Kopfzerbrechen hätte ihm das nie bereitet: "Ich weiß ja, wie es im Fußball rennt", winkt Jamnig ab. Er habe versucht, das Positive mitzunehmen und zusätzlich zum Vereinstraining mit einem Sportphysiotherapeuten an seiner Fitness zu arbeiten.

Dass es bei seinem Teamkollegen Zlatko Dedic, der fürs Toreschießen zuständig wäre, augenblicklich nicht läuft, bedauert er: "Man sieht in vielen Szenen seine Klasse. Schade, dass er sich momentan nicht selbst mit einem Tor belohnen kann." Ein Indiz jedenfalls für den Teamspirit, der laut Jamnig "so groß wie lange nicht" ist. Und auch die Situation seiner Wattener Ex-Kollegen hat er nicht übersehen: "Für jene, mit denen ich bei der WSG eng befreundet bin, tut´s mir weh. Aber uns als Team juckt der Vergleich, wer die Nummer eins ist, nicht."

Den Druck, punkten zu müssen, kennt der Mieminger seinerseits bestenes, allerdings: "Mir ist Druck lieber, als ich habe keinen. Druck resultiert daraus, dass man erfolgreich ist, sonst geht es ja nur um die goldene Ananas." Heuer geht es um nichts weniger als die Rückkehr in die heimische Fußball-Elite. Und nichts mehr als das wünscht sich Flo Jamnig: "Es wäre mein größter Traum, mit Innsbruck in der Bundesliga zu spielen."

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, das Vertrauen seines Trainers Karl Daxbacher ist ihm jedenfalls gewiss: "In der Vergangenheit, als Trainer des Wacker Gegners, war Flo immer ein großes Thema bei den Besprechungen." Doch der Niederösterreicher will sich nicht lange mit dem Sieg gegen BW Linz aufhalten: "Wir müssen weiter punkten. Spiele wie das 2:2 gegen den FAC zeigten uns, dass wir nicht über den anderen stehen." Schon heute reist sein Team nach Kapfenberg, nach dem 0:0 im Hinspiel sicher kein Selbstläufer. Aber um so leichter mit einem Florian Jamnig, der einen Lauf hat...