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Ausgabe: 27. August 2017

Georg Fraisl

Schwarzgrüne Sonne und Kristalle aus Eis

Die einen hui, die anderen pfui. Während Wacker Innsbruck dem Tabellenführer Wiener Neustadt mit 3:0 äußerst eindrucksvoll die erste Saison-Niederlage zufügte, schloss Wattens den schwarzen August (fünf Niederlagen) mit einem 0:4 in Ried ab. Der Klima-Wandel im Tiroler Fußball: Sonnenschein bei Schwarzgrün und eisige Luft bei den „Kristall Baum“!

+ Den rechten Zeigenfinger quer über die Lippen, als ob’s ein Schnauzer wäre. Den linken im rechten Winkel dazu. Der ganz spezielle Jubel des Stefan Rakowitz. Was das darstellen soll, will der 27-Jährige nicht verraten: „Das bleibt mein Geheimnis. Ich hoffe nur, dass man es noch oft sehen kann.“ Immerhin gibt er zu, dass er mit den Zeigefingern einen Buchstaben bildet. Unschwer erkennbar: Ein hartes T. Vielleicht Tamara, Tanja oder Theresa – möglicherweise auch das Wort „Traum“.

Es wäre passend: Der Doppelpack von Rakowitz als Basis für den 3:0-Sieg über Tabellenführer Wr. Neustadt hat Wacker dem großen Traum von der Bundesliga-Rückkehr ein Schrittchen näher gebracht. Jetzt sind’s überschaubare fünf Punkte auf Platz 1. Und mehr noch als die Tabellensituation erleichterte die Souveränität, mit der Wacker den Leader dominierte. „Eventuell liegt uns diese andere Art, Fußball zu spielen, doch besser“, sinnierte Trainer Karl Daxbacher. Soll heißen: Weniger Ballbesitz, mehr Kompaktheit – und die Schnelligkeit der Offensive besser nützen.
Montag wird Wacker wohl Michael Lercher an einen Bundesliga-Klub verlieren. Auch wenn der U21-Teamspieler vor den Partien gegen Finnland und Kroatien bremst: „Ich bin Tiroler, ich bin da daheim.“

- Trainer Thomas Silberberger gab drei Tage frei. Motto: Abstand gewinnen. Nach fünf Niederlagen in Serie besser, als sich gegenseitig anzufauchen oder miteinander zu weinen. Das Ausmaß der Pleite in Ried (0:4) schmerzt – selbst wenn in den ersten 45 Minuten (fast) alles gut lief (0:0). Wie heißt’s? Erst hatten wir kein Glück, dann kam Pech dazu ... „Wir müssen uns neu aufsetzen. Die Saison beginnt für uns mit der Länderspielpause neu“, fordert der Coach und will das mit einem Teambuilding-Tag (Rafting?) unterstreichen. So schlecht sich der WSG-Augenblick auch anfühlt, mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen Linz könnte man das erste Quartal mit neun Punkten abschließen – wie im Vorjahr.