Weiterlesen: Eine Blume, lieber Ferdinand!Es war einmal ein kleiner Stier, der hieß Ferdinand. All die anderen kleinen Stiere, mit denen er lebte, hüpften und tollten und stießen sich mit den Köpfen – aber Ferdinand nicht. Er hatte sein Lieblingsplätzchen draußen auf der Weide, unter einer Korkeiche, und da lag er den lieben langen Tag unter ihrem Schatten und roch an den schönen Blumen... Sie kennen bestimmt die Geschichte von Ferdinand, dem Friedfertigen. Schade nur, dass die Salzburger Jungbullen kein Interesse an den Blumen haben, sie hüpfen und tollen und stoßen sich mit den Köpfen, ganz so, wie Ferdinands Weidegenossen. Sie sind jugendlich und wild, sie stürmen lieber nach vorne, statt hinten dicht zu machen. Das macht sie fehleranfällig - aber auch extrem gefährlich.

Weiterlesen: Einmal Tofu blau-gelb, bitte!Nicht jedes Team ist gleich. Manche werden in der Liga benötigt wie ein Bissen Brot. Andere sind das Sahnestückchen der Meisterschaft. Und dann gibt es Teams, die sind – wie drück ich’s höflich aus – weder Fisch noch Fleisch. Sie sind nicht ganz top, nicht gut genug, um um den Titel mitzuspielen. Sie sind aber auch weit weg vom Abstiegskampf, viel zu gut dafür. Sie sind kein Publikumsmagnet, füllen auswärts nicht die Stadien. Sie sind aber auch nicht Liefering, das wirklich niemand sehen will. Sie sind irgenwie – Tofu. Der SKN St. Pölten ist so ein Team, das gerne übersehen wird. Und gerne unterschätzt.

Weiterlesen: Radioactive, man!*Innsbruck strahlt. Nicht nur die Hand voll LaborantInnen und RaumpflegerInnen, welche die Ehre hatten, im Ostalgiecharme der Alten Chemie das ein oder andere Quäntchen Sievert kennenzulernen, sondern ganz Fußballinnsbruck. Nach einer Horrorsaison, ach, was sage ich, nach Horrorjahren, die das „annus horibilis“ von Englands längstregierender Monarchin locker in den Schatten stellen, lacht der FC Wacker Innsbruck mit strahlendem Gesicht von der Tabellenspitze. Und Tirol strahlt mit ihm. Nicht ganz so strahlend ist die Gegenwart des SC Wiener Neustadt – aber auch nicht unbekannt...

Weiterlesen: Das Griß ums BalliWenn der Tabellenführer beim Zweitplazierten gastiert spricht man gemeinhin von einem Spitzenspiel. Wenn Wacker Innsbruck beim LASK spielt, dann ist das noch viel mehr. Es trifft der erfolgreichste Bundesländer-Klub (10 Meistertitel) auf den ersten Bundesländer-Titelträger (1965), beide Vereine berufen sich auf eine über hundertjährige turbulente Geschichte und beide Teams sind hungrig auf den Ball.

Weiterlesen: Wer fürchtet sich vorm Lindwurm?Er ist zum Fürchten. Ein schrecklich verzerrtes Gesicht, das Maul weit aufgerissen, ein gewaltiger, muskulöser Schweif, der den Gegner von den Beinen holt, Schwingen am Rückenpanzer, Klauen an den Beinen und bluttriefend von seinen Opfern im sumpfigen Umland. Hätte er einen angsterfüllenden Namen, wäre er ein Drache, man würde vor Schreck erstarren. Aber „Lindwurm“?! Klingt dann doch eher nach einer Köderart beim idyllischen Angelausflug am Wörthersee. Gleich da hinterm Stadion, in welchem ein kleines Fußballteam daheim ist, violett, jung und auch nicht gerade furchteinflößend. Oder ängstigen Sie sich vor „Austria Klagenfurt“? Nein? Sollten Sie aber.

Weiterlesen: Ana hot imma des Bummerl...Ganz richtig ist es ja nicht. Es muss nicht immer einer verlieren, Fußball ist eine der schönen Sportarten, in denen zumindest im Liga-Betrieb ein Remis möglich ist. Nicht jedes Spiel muss einen Sieger haben, nicht jedes Duell entschieden werden, auch ein Remis, eine Punkteteilung ist ein denkbares Ergebnis. Wobei, für den Floridsdorfer AC war es diese Saison eher undenkbar. Vielmehr, ein Unentschieden hätte beinahe schon den Nimbus eines Sieges gehabt. Und vielleicht muss halt doch immer einer verlieren...

Weiterlesen: Bah, Humbug!Marley war tot, damit wollen wir anfangen. Kein Zweifel kann darüber bestehen. Der Schein über seine Beerdigung ward unterschrieben von dem Geistlichen, dem Küster, dem Leichenbestatter und den vornehmsten Leidtragenden... Na, erkannt? Richtig, es ist der Beginn der wohl bekanntesten Erzählung von Charles Dickens: „A Christmas Carol“. Ja, es sind noch vier Monate bis Weihnachten, und ja, es ist zwar kühl geworden, aber noch nicht so kalt, dass man Wintergefühle bekommen könnte. Aber dennoch ist es passend, finde ich, und wenn Sie etwas Zeit haben, versuche ich es zu erklären.

Weiterlesen: Da war doch mal was...?!Krems ist ein historischer Boden. Mit Schulterblättern von Mammuts bedeckte Kindergräber aus dem Paläolithikum, eine dicke Dame namens Venus aus dem nahen Willendorf, eine noch ältere, tanzende Fanny vom Galgenberg, die Menschen haben sich hier in der Wachau schon immer wohl gefühlt. Kein Wunder, dass sie auch vor 96 Jahren schon einen Fußballverein gründeten, den Kremser Sportclub. Der tingelte in seiner Geschichte sogar mal in der Staatsliga A rum, und auch die Bundesliga wurde Ende der 80er aufgesucht. Wenn Ihnen das alles nichts sagt, dann haben sie das Glück des Spätgeborenen. Denn da war mal was...

Weiterlesen: In vino veritasDie Austria kommt! Gut, das ist in dieser Liga keine Besonderheit, sind doch ein Drittel aller Spiele, also auch sechs Heimspiele, Begegnungen mit einer Austria. Wenn man also daheim auf eine Austria trifft, während die Fans der Nord nur noch von der nächsten Runde gegen die Austria sprechen und dabei völlig übersehen, dass nach DEM Spiel gegen die Austria ja die Austria wartet, dann war nicht zu viel Wein im Spiel. Dann sähe man ja nur doppelt. Das Austria-Triple eröffnet am Freitag jene aus Lustenau, die älteste der Austrias. Wobei, nein, also... Ach, genehmigen Sie sich ein Viertel und ergründen's mit mir die Wahrheit, so sie existiert.

Weiterlesen: Jö schau, ein Vogerl!Hätte man dem schwarz-grünen Anhang vor der Saison gesagt, sein geliebter Wacker Innsbruck würde das erste Viertel als Tabellenführer und Tormaschine der Liga abschließen, man hätte gepflegt, höflich, aber dennoch recht deutlich den Vogel gezeigt bekommen. Dass man nun in Runde 10 die Chance bekommt, das achte Team der Liga zu besiegen, klingt noch immer genauso unrealistisch wie die Tatsache, dass Innsbruck bereits genauso viele Treffer erzielt hat wie in der vergangenen Saison nach 28 Runden. Am Freitag kommt jedoch ein unangenehmer Gegner, die Sportvereinigung Kapfenberg hat es sich zum Ziel gesetzt, den Innsbrucker Höhenflug zu stoppen.

Weiterlesen: Pecha Kucha (oder: Unaussprechlich)Fußball bringt manchmal ganz unaussprechliche Dinge mit sich. Und damit sind nicht die Versuche Rainer Pariaseks gemeint, ein Spiel des Heart of Midlothian Football Club im Tyncecastle Stadium, Edinburgh, anzusagen. Und auch nicht der Vereinsname eines kleinen violetten Vereins aus dem Nachbarbundesland, der, obwohl unaussprechlich, dennoch seit Beginn der Meisterschaft vom schwarz-grünen Fananhang partiell skandiert wird. Nein, manchmal ist es unaussprechlich, was Geld, ein globaler Masterplan und eine paralysierte Liga an Vereinen hervorbringen. Ebenso unaussprechlich ist der neue Trend, der langweilige Powerpoint-Präsentationen zu einem Kulturphänomen emporhebt: Pecha Kucha. Also Petscha Kutscha. Oder Peccchaa Kucccha in Teilen Nordtirols. Oder Pekutschka bei manchen Veranstaltern. Oder Peeha Kuuha in Kärnten (das h wäre hier stumm, bitteschön). Ein Thema, 20 Bilder, je 20 Sekunden. Vielleicht eine Möglichkeit, um das unaussprechliche Phänomen FC Liefering anzukündigen, in leicht adaptierter Form: 20 Sätze, 20 Worte.