gunschVor inzwischen mehr als 365 Tagen trafen sich die Mitglieder des FC Wacker Innsbruck zur letzten außerordentlichen Generalversammlung, um einen neuen Vorstand zu wählen. Das tivoli12 magazin hat sich zu diesen 12 Monaten seine Gedanken gemacht.



Die ersten vier Monate

Ging das geneigte Mitglied frohen Mutes aus der außerordentlichen Generalversammlung, sollte sich in den kommenden Monaten doch einiges an Verwirrung festmachen. Die erste Verwirrung setzte unter den Mitgliedern ein, als aufkommende Gerüchte über Einschnitte in allen Bereichen des Vereins die Runde machten. Nicht nur, dass der Vorstand die Nebenbezüge der Kampfmannschafts-Spieler reduzierte oder strich, traf es auch die Damenabteilung des FC Wacker Innsbruck hart. Dort wurde das ohnehin schon geringe Budget zusammengestrichen. Kürzungen der Aufwandsentschädigungen, sowohl für Trainer, als auch Spielerinnen, Wohnungsbeihilfen oder Versorgung und Transport zu Auswärtsspielen. Zusätzlich wurde vermehrt über eine Abschaffung der Damenabteilung und der Nachwuchsabteilung diskutiert. Dies sollte ihren größten Spannungsbogen auf der Generalversammlung im Jänner 2014 erreichen. Doch darauf kommen wir noch zurück. „Kein Stein auf dem anderen“ sollte es auch in der Geschäftsstelle und Wackerladen heißen. Erklärte sich anfangs Gerald Schwaninger bereit interimistisch als Geschäftsführer im Verein zu bleiben, wurde mit Thomas Baumann kurze Zeit darauf ein neuer Geschäftsführer ernannt. Doch der Umbau innerhalb des Vereins ging munter weiter und sollte im Austausch der sportlichen Abteilung münden. Florian Klausner wurde vom Co-Trainer zum Sportdirektor ernannt, Roland Kirchler wurde „vor die Tür gesetzt“ und mit Michael Streiter ein neuer Trainer gefunden.

Der Konfliktmonat Jänner

Die Generalversammlung der Saison 2012/13 stand an und es sollte eine durchaus turbulente Generalversammlung werden. Schon die Festsetzung der Generalversammlung unter der Woche sollte so manches Mitglied die Zornesröte ins Gesicht treiben. Die Generalversammlung wurde dann durchaus spannend gestaltet. Die Mitglieder des FC Wacker Innsbruck entschieden sich für eine Verankerung der Damenabteilung, des Nachwuchses und der Amateurmannschaft in den Statuten und die Wiederverwendung des Ursprungswappen. Dies schien nicht ganz nach dem Geschmack des Präsidenten zu sein und damit ging es auch in eine durchaus spannende Frühjahrssaison 2014.

Weitere sieben Monate

Die kommenden Monate sollten weiter recht „unterhaltsam“ bleiben. In der Geschäftsstelle wurde weiterhin nach dem richtigen Personal gesucht und auch auf anderen Ebenen gab es so einige Aufreger. Dies betraf vor allem das kurzzeitig, aufscheinende Sponsoring der Firma des Präsidenten oder die Ablehnung eines Sportrechtevermarkters aus Deutschland. GF Baumann warf darauf hin seinen Hut. Inzwischen nimmt Kurt Danksagmüller die Aufgaben eines Geschäftsführers wahr. Wie er selbst sagt "interimistisch". Doch auch die weitere Zukunft des Wackerladens, der Geschäftsstelle und eines geplanten Wackermuseum bzw. Wackercafes sollte so einiges an Gesprächsstoff auf dem nächsten Vereinsabend bringen. Währen der Diskussionen schien sich die personelle Besetzung der Geschäftsstelle weiterhin abzuwechseln. Nicht weniger als vier Personen wurden im Clubmanagement ausgetauscht. Eine Fluktuation die auch wesentliches Know-how kostete. Im Gegensatz dazu wurde der sportlichen Abteilung, trotz Abstiegs das Vertrauen vom Vorstand ausgesprochen. Zumindest konnte man auf wirtschaftlicher Seite einen kleinen Sieg feiern. Nicht nur die Lizenz in erster Instanz stand Ende Mai fest, sondern auch die Zusage über ein nahezu unverändertes Budget für die Saison 2014/15. Auch die weitere stiefmütterliche Behandlung der Damenabteilung, die weiterhin am Existenzminimum wirtschaften muss, ist ein dunkler Fleck für manches FC Wacker Innsbruck Mitglied.

Alles eitel Wonne?

Zwar konnte, laut einem Zeitungsbericht, der Schuldenstand um die erforderlichen 500.000€ reduziert werden. Dennoch scheint beim FC Wacker Innsbruck nicht alles eitle Wonne zu sein. So lässt etwa weiterhin der angekündigte Umzug des Clubmanagements auf die Ostseite des Stadions auf sich warten. Wie es in Sachen Geschäftsführer weiter geht, der den Vorstand auf operativer Ebene entlasten soll, ist ebenso ungeklärt. Nicht nur der Geschäftsführer ist ein heißes Thema bei den Mitgliedern des FC Wacker Innsbruck. Der fehlende Mitgliederbetreuer, der sich um rechtzeitige Ausstellung der Mitgliedskarten und anderer „Wehwechen“ kümmert, wird immer wieder diskutiert. Damit einhergehend wird auch die mangelnde Kommunikation und die Weiterentwicklung des FC Wacker Innsbruck in Sachen Mitgliedergewinnung und Verankerung in der Bevölkerung kritisiert. Vor allem jene abseits des bisher ausgebliebenen, sportlichen Erfolgs.

Fazit nach 365 Tagen

Nach 365 Tagen kann man dem Vorstand das Bemühen um finanzielle Stabilität nicht absprechen, doch ein Fußballverein, insbesondere der FC Wacker Innsbruck, gliedert sich eben nicht nur aus einer finanziellen Seite. Präsident Gunsch hat gemäß seinem Credo "Wirtschaftlichkeit vor sportlichem Erfolg" gehandelt. Mit der Lizenz-Erteilung in erster Instanz und dem mehr als bitteren Abstieg der - nach Siegen gerechnet - schlechtesten Mannschaft in der Historie des Tiroler Traditionsvereins wurde dieser Weg eindrucksvoll beschritten. Daher könnte man eine Schulnachricht für den Vorstand folgendermaßen formulieren:“ Im Fach Wirtschaft zeigte der Schüler gute Kenntnisse und Leistungen, in allen anderen Fächern herrscht hingegen noch großer Aufholbedarf“.

 

 

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Alexander Riedling Alexander Riedling

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