b_350_1200_16777215_00_images_201718_fanleben_fv14.jpgDie Wahl ist geschlagen und es ist, wie es eigentlich schon immer gewesen ist. Tirol ist Schwarz-Grün. Da kann es noch so viele Querschüsse geben und die Medien noch so darauf gieren, den FC Wacker Innsbruck abzuwählen, der ist und bleibt die Nummer eins im Land. Die Wahlbeteiligung ist zwar gesunken, aber wenn es darauf ankommt wird das Kreuzerl doch hinter dem FC Wacker Innsbruck gesetzt. 6322 Fans hatten im Innsbrucker Tivoli am Freitag den 13. jedenfalls die Wahl zwischen dem schwarz-grünen Urgestein aus der Landeshauptstadt, den Unkaputtbaren, oder den grün-weißen Werkssportlern aus Wattens. Und das Wahllokal namens Tivoli ist dann fest in der Hand der Heimischen gewesen. Da dürften mehr als 90% im Lager des FCW gewesen sein, dem mit Abstand beliebtesten Tiroler Fußballklub.

 

Auf zum Marsch

Vor der Wahlveranstaltung am Tivoli kam es am Freitag in Innsbrucks Innenstadt zu einer besonderen Kundgebung. Die „Tivoli Nord“ hatte die FCW Anhänger zum Marsch eingeladen. Und das hat jetzt nichts mit den geblasenen Traditionsmärschen, alla dem „Land Tirol die Treue“ zu tun. Schon eher mit dem gemeinsamen Fußmarsch durch Innsbrucks Innenstadt. Da könnte man auch behaupten, „dem FC Wacker Innsbruck die Treue halten“
Einige hundert Leute trafen sich bei der Annasäule in Innsbrucks Altstadt. Sehr lautstark und unter staunenden Blicken von Gästen und Einheimischen setzte sich der Fanmarsch Richtung Museumstraße in Bewegung. Mit sehr viel Fahnen und Pyrotechnik. Ganz unter dem Motto „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“. Da wurden massenhaft Kameras gezückt und das Ganze gefilmt oder auf Fotos festgehalten.
Ich habe schon so einiges gesehen. Unter anderem auch den legendären Schwedenmarsch bei der EM08. Aber noch nie einen Fanmarsch, der so stimmungsvoll und auch beeindruckend gewesen ist. Und auf dem Weg zum Tivoli haben sich immer mehr dem Fanmarsch angeschlossen. Vorbei am Platz des altehrwürdigen Tivolis (eine private Gedenkminute war fällig) und unter die Unterführung der Olympiabrücke. Da war der Zug nicht enden wollend. Lässig, bärig, Traum, ein Zeichen in Schwarz-Grün!

Sensationell

6322 für ein Derby, ist das viel, oder doch zu wenig? Da scheiden sich die Geister. Jedoch waren die, die gekommen sind, guter Laune und haben so für einen Hexenkessel gesorgt. Ein wenig enttäuschend die Fraktion der Grün-Weißen. Zumindest sind die dann mit einer Choreographie ins Derby gestartet. Ein wenig ausbaufähig, aber dennoch. Frage mich nur was sie uns mit dem Tiroler Adler sagen wollten? Denn Tirol ist eindeutig Schwarz-Grün. Von Grün-Weiß, wie am Spielfeld, kaum eine Spur.

Denn, wenn man es genau nimmt, ist der FC Wacker Innsbruck mehr ein Verein für alle Tiroler, als die Werkssportgemeinschaft aus Wattens. Wackers Fans kommen von Strengen am Arlberg, bis hinunter nach Erpfendorf, dem Außerfern, Reschen, bis hin zu Restösterreich. So waren bei diesem Derby Fans aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, aus der Schweiz, so wie aus Frankfurt und dem hohen Norden der Bundesrepublik, zu Gast am Tivoli. Natürlich war die Bundeshauptstadt ebenso vertreten und da hat mich besonders der Besuch von Green Black Danube gefreut. Ein Fan ist extra aus Kärnten angereist und in Südtirol haben wir auch einen Fanclub. So viel dazu und sollte ich jetzt jemand vergessen haben, bei 6322 Leut kann man schon mal jemand übersehen - Sorry.

Derbystimmung

Die Stimmung im Stadion darf man getrost als genial bezeichnen. Gut gefüllte Ränge, viele Fahnen, legale Pyrotechnik, einfach eine tolle Atmosphäre. Natürlich haben unsere Jungs am Rasen sehr viel dazu beigetragen. Da ist was im Entstehen. Wir haben eine Mannschaft, die nicht nur spielen, weil man da gutes und einfaches Geld verdient, nein - die bekennen sich zum Verein. Denen taugt es in Innsbruck und das sieht man auch.
Apropos Marsch, dieser wurde den Werkssportlern dann auch geblasen. Kapellmeister war King Karl und die Kapelle bildete die Mannschaft des FC Wacker Innsbruck. Die mussten sogar ein halbes Orchester vorgeben und dennoch, normalerweise geht dieses Spiel nicht „nur“ 1:0 aus. Da sind tolle Szenen mit dabei gewesen, aber zu selten hat man sich dafür belohnt. Manchmal zum mit der Zunge schnalzen. Nun hat der FC Wacker Innsbruck in dieser Saison schon siebenmal zu null gespielt und ist am Tivoli seit neun Spielen ungeschlagen. Da kommt nächsten Freitag der Tabellenführer aus Ried gerade recht. Dürfen wir wieder mit mehr als 6000 Fans rechnen? Die Mannschaft hätte es sich verdient!

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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